Fachbeiträge & Essays

Fachbeiträge & Essays

Demenz beim Hund

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Demenz beim Hund: Früher erkennen, gezielt begleiten

Demenz beim Hund ist längst keine Seltenheit mehr. Mit zunehmender Lebenserwartung unserer Haustiere gewinnt sie an Bedeutung. Nach aktuellen Studien ist etwa jeder dritte Hund mit 12 Jahren und sogar jeder zweite Hund mit 15 Jahren betroffen. Eine kürzlich veröffentlichte neue Leitlinie liefert erstmals eine fundierte Grundlage für Kleintierärzte und Tierhaltende, um die Erkrankung besser zu verstehen, frühzeitig zu erkennen und gezielt zu begleiten.

Verhaltensänderungen wie Desorientierung, Unruhe in der Nacht, nachlassende Stubenreinheit oder ein verändertes Sozialverhalten werden häufig als normale Alterserscheinungen abgetan. Tatsächlich können sie jedoch Ausdruck einer ernstzunehmenden Erkrankung sein: Die Demenz des Hundes, auch als kognitive Dysfunktion bezeichnet, ist eine fortschreitende Veränderung des Gehirns - vergleichbar mit der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen. Die neue Leitlinie schafft hier Klarheit und hilft, krankhafte Veränderungen von normalem Altern zu unterscheiden.

Im Zentrum der Empfehlungen steht eine systematische Beurteilung typischer Verhaltensänderungen sowie eine Einteilung in drei Schweregrade. Ziel ist es, betroffene Hunde möglichst früh zu identifizieren und den Krankheitsverlauf gezielt zu begleiten.

Neben der klinischen Untersuchung und Analyse von Verhaltensänderungen können - je nach Fall - weiterführende Untersuchungen wie bildgebende Verfahren (z. B. MRT) oder die Analyse von Hirnwasser (Liquor) eingesetzt werden, um andere Ursachen auszuschließen und die Diagnose zu untermauern.

Wichtig ist dabei auch die klare Abgrenzung und Prüfung anderer Ursachen: Verhaltensänderungen können auch durch nachlassende Seh- oder Hörleistung, Zahnprobleme, Schmerzen (z. B. durch Arthrose) sowie weitere neurologische oder internistische Erkrankungen bedingt sein und müssen entsprechend abgeklärt und ggf. behandelt werden. Auch können mehrere Erkrankungen gleichzeitig auftreten.

Auch wenn die Demenzerkrankung nicht heilbar ist, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um betroffene Hunde zu unterstützen. Dazu zählen medikamentöse Ansätze, aber auch die Ernährung und Supplemente wie Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, mittelkettige Fettsäuren oder geeignete Präparate zur Stressreduktion. Ebenso entscheidend sind kognitive Beschäftigung, feste Routinen und eine möglichst stabile, stressarme Umgebung.

Für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeutet die Demenz ihres Tieres oft eine Umstellung im Alltag. Feste Tagesabläufe und viel Geduld helfen, den Hund zu unterstützen. Trotz der Veränderungen bleibt die emotionale Bindung bestehen - und spielt eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden des Tieres.

Auch wenn sich die Demenzerkrankung letztlich nicht aufhalten lässt, können die frühzeitige Diagnose und ein angepasstes Management den Verlauf positiv beeinflussen und Symptome deutlich abmildern. Die kontinuierliche Forschung und die neuen Leitlinien unterstützen Tierärzte und Tierhaltende dabei.

Bundesverband für Tiergesundheit e.V.


Zeckenschutz für den Hund

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Achtung, Blutsauger! Zeckenschutz für Hund und Katze

Sie leben in Wald und Feld, mögen es meist warm und feucht – und breiten sich in Deutschland immer weiter aus: Zecken sind Tierhaltern ein Dorn im Auge und in den Sommermonaten besonders aktiv. Gleich mehrere Arten der Spinnentiere ernähren sich gern von Hunde- und Katzenblut und können dabei Krankheiten übertragen. Halter sollten deshalb vorsorgen und wissen, wie man im Fall des Falles Zecken sicher entfernt.

In Deutschland sind bei Hunden und Katzen vor allem der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke aktiv. Während die ersten beiden in Wäldern, Wiesen und Gärten oder feuchten Gebieten wie Auenwäldern und Flussniederungen zu finden sind, lebt die Braune Hundezecke oft in Gebäuden. Sie stammt ursprünglich aus wärmeren Klimazonen und kam erst in den letzten Jahren nach Deutschland – etwa mit Heimtieren aus südlichen Ländern. Wie ihr Name schon sagt, befällt sie eher Hunde als Katzen.

„Wir beobachten eine zunehmende Verbreitung und Mobilität von Zecken“, sagt Tierärztin Susanne Arndt vom Kleintierzentrum Arndt in Karlsruhe-Durlach. „Die Winter sind wesentlich wärmer und die Temperaturen insgesamt milder. So können Zecken länger aktiv sein und in neue Gebiete vordringen. Damit steigt das Risiko, dass Hunde und Katzen mit ihnen in Kontakt kommen.“

Das ist deshalb gefährlich, weil Zecken während ihrer Blutmahlzeit verschiedene Krankheitserreger übertragen können. Am häufigsten infizieren sich Vierbeiner so mit Borreliose und Anaplasmose. Beides kann Fieber, Gelenkschmerzen, Nierenprobleme und Schwäche verursachen. Um Borreliose bei Hunden vorzubeugen, kann man die Tiere impfen lassen. Ob dies sinnvoll ist, hängt vom Lebensraum und der Aktivität des Tieres ab sowie vom individuellen Risiko. Deshalb sollten Tierhalter das im Einzelfall gemeinsam mit ihrem Tierarzt entscheiden. Auch Babesiose und Ehrlichiose können zu hohem Fieber führen sowie zu Symptomen wie Blutarmut oder Gewichtsverlust. Die meisten dieser Krankheiten treten öfter bei Hunden als bei Katzen auf.

Um ihre Tiere vor Zecken zu schützen, können Halter einiges tun. „Es gibt verschiedene Produkte wie Spot-Ons, Halsbänder und Sprays, die Zecken abwehren oder abtöten bevor diese in der Lage sind, Krankheitserreger mit ihrem Speichel zu übertragen“, so Arndt. „Aktuell ist ein neues Injektionspräparat auf den Markt gekommen, das über zwölf Monate vor Zecken schützen soll.“ Wichtig: Bevor sie Zeckenschutzmittel anwenden, sollten sich Tierhalter vergewissern, dass sich die Präparate für die jeweilige Tierart eignen. Einige Hundeprodukte etwa sind für Katzen giftig, denn sie können den oft enthaltenen Wirkstoff Permethrin nicht verarbeiten.

Halter haben grundsätzlich die Wahl sich zwischen natürlichen und chemischen Wirkstoffen zu entscheiden, um Zecken abzuwehren:

Ätherische Öle wie Lavendelöl schrecken Zecken ab. Aber Achtung: Manche ätherische Öle können auch dem Hund schaden. Daher unbedingt vorher informieren, welche geeignet sind! Kieselgur oder Diatomeenerde wird aus Algen gewonnen. Dieses Pulver beschädigt das Außenskelett der Zecken, wodurch sie austrocknen. Solche natürlichen Mittel bieten im Vergleich zu chemischen Alternativen allerdings einen geringeren Schutz und müssen häufiger aufgetragen werden. Chemische Produkte sind dagegen langanhaltend, können aber unter Umständen zu Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Erbrechen oder Durchfall führen, seltener auch zu allergischen Reaktionen. Daher sind viele Produkte verschreibungspflichtig und nur über den Tierarzt oder in der Apotheke zu bekommen.

Typische chemische Präparate sind: Zeckenhalsbänder, die dauerhaft Wirkstoffe gegen Zecken abgeben, sowie Spot-on-Präparate, die direkt auf die Haut aufgetragen werden. Dabei gibt es genaue Anweisungen zu beachten. Zum Beispiel sollte der Hund die Stelle nicht ablecken können. Empfohlen wird daher in der Regel der Nackenbereich. Weiterhin gibt es Tabletten, die dafür sorgen, dass Zecken abgetötet werden, sobald sie sich festsaugen wollen.

Regelmäßige Kontrollen tragen ebenfalls zum Zeckenschutz bei. So sollten Hundehalter ihre Vierbeiner nach Spaziergängen und Ausflügen gründlich nach den Parasiten absuchen. Gleiches gilt für Halter von Freigänger-Katzen, wenn diese nach einem Streifzug durchs Revier wieder nach Hause kommen. Hat sich eine Zecke festgesaugt, ist schnelles Handeln gefragt. Die Zecke muss entfernt werden, damit keine Erreger übertragen werden. „Mit einer Zeckenzange oder einem speziellen Haken wird die Zecke so nah wie möglich an der Haut gegriffen“, erklärt Arndt. „Dann dreht oder zieht man langsam an der Zecke, bis sie entfernt ist. Wichtig ist, sie dabei nicht zu quetschen, da sonst erhöhte Mengen von Krankheitserregern freigesetzt werden können.“ Die Bissstelle können Tierhalter im Anschluss mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel behandeln und die Zecke sicher entsorgen, etwa in einem verschlossenen Gefäß. Man kann sie auch in Alkohol setzen oder mit Klebeband umwickeln. Einfach wegwerfen sollte man sie jedoch nicht, da sie noch leben könnte. Zeigen sich in den folgenden Tagen und Wochen Krankheitssymptome beim Hund oder Rötungen beziehungsweise Schwellungen an der Bissstelle, sollten Halter zur Sicherheit zum Tierarzt gehen.

Wird alles das beachtet, können Mensch und Tier den Sommer trotz der kleinen Blutsauger unbeschwert genießen. IVH

Steuertipps für Hundehalter

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Steuertipps für Hundehalter

Für viele ist es ein Thema, das sie gerne vor sich herschieben: die Steuererklärung. Was viele nicht wissen: Auch die Ausgaben für privat gehaltene Hunde können unter bestimmten Umständen steuerlich geltend gemacht werden.

Bei der Steuererklärung macht es einen bedeutenden Unterschied, ob ich ein Tier privat halte oder es sich zum Beispiel um einen Dienst- oder Assistenzhund handelt. „Wenn das Tier beruflich eingesetzt wird, sind fast alle für die Haltung anfallenden Kosten steuerlich absetzbar. Bei Selbstständigen sind das Betriebskosten, bei Angestellten Werbungskosten“, erklärt Rechtsanwältin Sabina Büttner, Leiterin Steuern und Soziales beim Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen. „In der Privathaltung sind die Kosten für die Pflege, Ernährung oder Tierarztbesuche dagegen grundsätzlich erst mal nicht absetzbar. Es gibt aber trotzdem ein paar Ausnahmen.“

Bei diesen Ausnahmen handelt es sich vor allem um die sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen. Dazu zählen etwa Kosten für einen Hundetrainer, Groomer oder Tiersitter. „Entscheidend ist, dass die Person zu mir nach Hause kommt und dort ihre Dienstleistung erbringt. Dann kann ich 20 Prozent der Kosten und maximal 4.000 Euro im Jahr absetzen“, sagt die Expertin.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat dazu 2017 geurteilt, dass auch ein Gassiservice als haushaltsnahe Dienstleistung zählt, wenn der Tiersitter den Hund an der Haustür abholt, das Grundstück verlässt und den Vierbeiner anschließend wieder zurückbringt. Der Besuch beim Tierarzt zählt dagegen nicht als haushaltsnahe Dienstleistung und kann entsprechend nicht abgesetzt werden.

„Wichtig sind außerdem Belege, um die Kosten in der Steuererklärung nachweisen zu können. Das heißt, dass der Dienstleister ein Gewerbe angemeldet haben muss und Rechnungen erstellt wurden, in denen Fahrt- und Arbeitskosten aufgeschlüsselt sind. Barzahlungen, auch in Verbindung mit einer Quittung, erkennt das Finanzamt in der Regel nicht an“, so Büttner.

Die Kosten für eine separate Hundehaftpflichtversicherung können theoretisch als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angegeben werden. „Der Freibetrag für Vorsorgeaufwendungen beträgt 1900 Euro für Arbeitnehmer, Beamte und Rentner sowie 2800 Euro für Freiberufler, Selbstständige und Rentner, die keinen Zuschuss zur Krankenversicherung erhalten“, fasst die Steuerexpertin zusammen. Diese Höchstbeträge sind in der Regel schon durch die Beiträge zu den weiteren privaten Versicherungen wie der eigenen Krankenversicherung oder Privathaftpflicht erreicht. Eine Ersparnis gibt es hier somit nur, wenn der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Die Anschaffungskosten und die Hundesteuer sind nicht von der Steuer absetzbar. Abseits der Steuererklärung kann es aber auch hier Ermäßigungen für Tierhalter geben. Das regeln die jeweiligen Kommunen in ihren Satzungen. „Befreit sind in der Regel Jagdhunde, Assistenzhunde, Rettungshunde und Hirtenhunde. Ermäßigungen gibt es meist für Polizeihunde, Therapiehunde und Tierheimhunde“, sagt Büttner. Empfänger von staatlichen Zuwendungen wie Arbeitslosengeld oder Bürgergeld können zudem eine Ermäßigung für die Hundesteuer beantragen.

Wird der Hund beruflich eingesetzt, sind fast alle Ausgaben für das Tier absetzbar. Eine Besonderheit gibt es aber bei Assistenz- und Behindertenbegleithunden, erklärt Büttner: „Die Anschaffungs- und Ausbildungskosten eines Assistenzhundes sind sehr hoch. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für einen Blindenführhund, allerdings häufig nicht die Kosten für andere Assistenzhunde. Wurde die Anschaffung eines Assistenzhundes vorab ärztlich verordnet, können sämtliche Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Liegt allerdings eine Behinderung vor, werden die Ausgaben für einen Assistenzhund häufig mit dem Behindertenpauschbetrag abgegolten.“

Wer sich allgemein oder in solchen Sonderfällen unsicher ist, ob und wie bei der eigenen Tierhaltung steuerliche Ersparnisse möglich sind, kann sich dazu auch an Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater wenden. IVH

eLeaflets für Tierarzneimittel

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Digitalisierung nicht länger vertagen: eLeaflets für Tierarzneimittel jetzt ermöglichen

Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibt bislang jedoch weiterhin die Papierform vor.

Der BfT spricht sich daher, für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel ist eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet.

"Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen", erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT.

Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz.

Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen.

Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten - elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb.

"Deutschland sollte bei der Digitalisierung und bei der Umsetzung europäischen Rechts vorangehen. Es geht nicht um eine neue Pflicht, sondern um eine zusätzliche, zeitgemäße Option für Tiergesundheitsunternehmen, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tierhaltende", so Dr. Schüller.

Elektronische Formate bieten zusätzliche Vorteile: Sie können heruntergeladen offline genutzt oder bei Bedarf ausgedruckt werden. Außerdem ermöglichen sie barriereärmere Anwendungen, etwa durch vergrößerbare Texte, Vorlesefunktionen oder perspektivisch mehrsprachige Angebote. Die Mobilfunkkarten der Bundesnetzagentur zeigen zudem eine flächendeckende digitale Grundversorgung.

Die Verantwortung für korrekte und aktuelle Packungsbeilagen liegt wie bisher beim Zulassungsinhaber des jeweiligen Produkts. Die Überwachung kann analog zu bestehenden Verfahren durch die zuständigen Behörden erfolgen. Dabei sollte Deutschland nicht auf eine spätere zentrale EU-Lösung warten, sondern die laufenden europäischen Arbeiten aktiv begleiten und zugleich nationale Handlungsspielräume nutzen.

Besonders wichtig ist aus Sicht des BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen.

Für die technische Umsetzung sollte zunächst ein niedrigschwelliger Ansatz genügen: ein gut lesbares, druckfähiges PDF, abrufbar über QR-Code auf der Verpackung. Strukturierte Formate sollten EU-weit abgestimmt werden. Nationale Sonderwege würden den bürokratischen Aufwand dagegen unnötig erhöhen.

"Was wir brauchen, ist eine einfache, verlässliche und europäisch anschlussfähige Regelung. Was wir nicht brauchen, sind lange Übergangsfristen, nationale Sonderformate oder eine dauerhafte doppelte Pflicht zu Papier und elektronischem Format. eLeaflets sind ein konkreter Beitrag zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bürokratieabbau", betont Dr. Schüller. (ots)

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.


Homeoffice mit Hund

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Homeoffice mit Hund: So finden Berufstätige die richtige Balance

Einen eigenen Hund haben und von zu Hause arbeiten? Tatsächlich bietet diese Kombination viele Vorteile: Studien zeigen, dass Hunde das Wohlbefinden steigern und den Arbeitsalltag positiv beeinflussen können. Gut funktioniert Homeoffice mit Hund vor allem dann, wenn der Arbeitstag nicht nur zum Job passt, sondern auch zum Tier.

Ein Vierbeiner im Homeoffice kann den Arbeitsalltag spürbar verändern – oft zum Positiven. „Ein Hund kann dem Arbeitstag zu Hause mehr Struktur geben. Man kommt regelmäßig vor die Tür, macht bewusster Pausen und wird daran erinnert, nicht acht Stunden am Stück vor dem Bildschirm zu sitzen. Das funktioniert vor allem, wenn auch der Hund Ruhe, Rückzug und verlässliche Abläufe bekommt“, fasst Markus Beyer, erster Vorsitzender des Bundesverbands Bürohund e.V., zusammen. Selbst kurze Interaktionen und Tätigkeiten, also etwa ein Streicheln, wenn der Hund Nähe sucht, oder das Auffüllen des Wassernapfs, können dabei helfen, den Kopf freizubekommen und anschließend konzentrierter weiterzuarbeiten. Auch kurze gemeinsame Pausen lassen sich oft zwischen zwei Terminen einplanen und helfen, die Gedanken zu sortieren.

Klare Strukturen schaffen Orientierung – für Mensch und Hund Der Hund braucht im Homeoffice genau wie im sonstigen Alltag klare Abläufe. Wann gibt es Futter? Wann geht es gemeinsam vor die Tür? Und wann ist Ruhe angesagt? Bei der Arbeit im heimischen Büro geben diese festen Zeiten nicht nur dem Hund Sicherheit, sondern sind auch für seinen Menschen gute Orientierungspunkte, um regelmäßige Pausen einzuplanen. Zudem kann ein längerer Spaziergang am Morgen dabei unterstützen, mit mehr Energie in den Tag zu starten.

„Manche Menschen unterschätzen, wie viel Ruhe Hunde brauchen. Sie schlafen und dösen einen großen Teil des Tages. Diese Zeit muss ihnen auch im Homeoffice zugestanden werden. In meinem kommenden Buch beschreibe ich dafür das Drei-Welten-Modell: Es geht immer um die Bedürfnisse des Menschen, die Anforderungen der Arbeit und das Wohl des Hundes“, sagt Beyer. „Ein fester, geschützter Rückzugsort und klare Arbeitsphasen helfen dem Hund, zur Ruhe zu kommen. Für den Menschen entsteht dadurch ebenfalls mehr Verlässlichkeit im Arbeitstag.“ Das lässt sich mit dem Hund gezielt und freundlich aufbauen – beispielsweise mit einem Signal, auf das er zunächst nur wenige Sekunden und später länger ruhig an seinem Platz bleibt. Verhält er sich entsprechend, sollte er dafür gelobt oder mit einem Leckerli belohnt werden.

Wichtig ist auch, den Hund durch Spaziergänge oder gemeinsame Aktivitäten angemessen zu beschäftigen. Dann kann er sich im Anschluss besser entspannen – und ermöglicht ruhige Arbeitsphasen. Mit der Zeit stellt sich so eine Balance ein: Mal ruht der Hund, während der Mensch arbeitet – und mal ist gemeinsame Zeit.

Auch wenn die Arbeit mit Hund im Homeoffice gut funktionieren kann, gibt es Alternativen. Wer sich selbst immer wieder ablenken lässt, kann für seinen tierischen Begleiter eine Betreuung organisieren, um konzentriert arbeiten und sich keine Gedanken um das hündische Wohlbefinden machen zu müssen. Und selbst wenn Homeoffice keine Option ist, kann die Arbeit mit Hund gelingen: Viele Arbeitgeber beschäftigen sich inzwischen offener mit dem Thema Bürohund. Ein gutes Gespräch, klare Regeln und eine Testphase können hier ein verantwortungsvolles Miteinander ermöglichen. Dafür müssen die Interessen aller drei Seiten berücksichtigt werden: Unternehmen, Mitarbeitende und Hund.

Der Bundesverband Bürohund e.V. gibt auf seiner Website weitere Tipps, wie die Integration eines Bürohundes funktionieren kann. Zudem bietet der Verband persönliche Beratung und Unterstützung für Unternehmen an. IVH


Kurze Nase - wenig Luft!

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Kurze Nase - wenig Luft: Qualzucht bei kurzschnäuzigen Hunden bleibt ein Tierschutzproblem

Möpse, Französische Bulldoggen oder Perserkatzen erfreuen sich großer Beliebtheit - ihr rundes Gesicht und die kurze Schnauze gelten als besonders "niedlich". Doch hinter diesen äußeren Merkmalen verbirgt sich ein ernsthaftes Gesundheitsproblem: die stark ausgeprägte sogenannte Kurzköpfigkeit oder Brachyzephalie. Dabei handelt es sich um eine extreme Verkürzung des Schädels, die mit erheblichen gesundheitlichen Folgen einhergeht und die Lebensqualität der Tiere deutlich beeinträchtigen kann.

Betroffene Hunde leiden häufig unter verengten Atemwegen, erschwerter Atmung und eingeschränkter Belastbarkeit. Typische Anzeichen sind lautes Atmen, Schnarchen, schnelle Erschöpfung oder sogar Atemnot in Ruhe. Dennoch werden diese Symptome oftmals als "rassetypisch" wahrgenommen und nicht als Erkrankung erkannt.

Neben Atemproblemen kommt es häufig zu weiteren Problemen, etwa durch Überhitzung, da betroffene Tiere ihre Körpertemperatur schlechter regulieren können. Zusätzlich treten Hautprobleme, Zahnfehlstellungen, Augen- und neurologische Erkrankungen bis hin zu epileptischen Anfällen sowie weitere gesundheitliche Einschränkungen auf. In schweren Fällen kann die Lebenserwartung deutlich verkürzt sein.

Auch Katzen mit extrem kurzer Schnauze, wie Perser oder Exotic Shorthair, sind betroffen. Sie zeigen neben Atemproblemen häufig chronischen Tränenfluss, Augenentzündungen und Hautprobleme im Gesichtsbereich. Die Symptome sind oft weniger offensichtlich als beim Hund, werden jedoch ebenfalls häufig unterschätzt.

Medikamentöse und chirurgische Behandlungen können die Beschwerden teilweise lindern, die zugrunde liegenden zuchtbedingten Probleme jedoch nicht beseitigen. Viele betroffene Tiere benötigen wiederholte Behandlungen oder Operationen. Diese sind mit Risiken und Belastungen für das Tier und teils erheblichen Kosten verbunden. Dennoch erreichen nicht alle Tiere ein beschwerdefreies Leben und bleiben dauerhaft gesundheitlich eingeschränkt.

Neben der Kurzköpfigkeit gibt es außerdem andere genetisch verankerte Merkmale, die zu gesundheitlichen Einschränkungen führen und daher als Qualzucht eingestuft werden. Dazu zählen beispielsweise übermäßige Hautfalten, Haarlosigkeit oder extreme Körperproportionen. Auch bestimmte Fellfarben wie der Merle-Faktor können mit gesundheitlichen Problemen verknüpft sein.

Aus Sicht der Tiergesundheit ist daher klar: Extreme körperliche Merkmale, die zu chronischen Leiden führen, sind tierschutzrelevant und widersprechen dem Grundgedanken einer verantwortungsvollen Tierhaltung.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Initiativen gestartet, um auf Qualzucht aufmerksam zu machen. Informationskampagnen, Aufklärungsangebote und Datenbanken zu Qualzuchtmerkmalen tragen dazu bei, Wissen zu bündeln und Tierhalter und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Ziel ist ein besseres Bewusstsein für die Auswirkungen extremer Kopf- und Körperformen sowie weiterer kritischer Merkmale und die langfristige Förderung tiergerechter Zuchtpraktiken. Zum Teil haben Zuchtverbände bereits ihre Zuchtziele angepasst, Anpaarungen von Merkmalsträgern (z.B. für bestimmte Farbgene) werden von seriösen Züchtern ausgeschlossen. Auch gibt es Bemühungen über den Zuchtausschluss von Tieren mit besonders ausgeprägten Merkmalen, schrittweise das Rassebild zu verbessern.

Eine nachhaltige Verbesserung kann nur erreicht werden, wenn gesundheitliche Aspekte bei allen Beteiligten stärker in den Fokus rücken. Tierhalterinnen und Tierhalter haben einen entscheidenden Einfluss. Vor der Anschaffung eines Tieres sollte eine umfassende Information über rassetypische Gesundheitsrisiken erfolgen. Die Wahl verantwortungsvoller Zuchtlinien und die Orientierung an gesunden, funktionalen Merkmalen können dazu beitragen, Qualzucht langfristig zu reduzieren.

Die Verringerung der Nachfrage nach Tieren mit zuchtbedingten Gesundheitsproblemen ist ein entscheidender Faktor, das Angebot solcher Tiere langfristig zu senken. Hierzu gehören neben der Aufklärung auch eine zurückhaltende Darstellung der Tiere bestimmter Rassen in Werbung und sozialen Medien. (ots)

Quellenangebe für Bild & Text: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Futterrechner für Hunde

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Aktive Unterstützung der Heimtier-Gesundheit: Die neuen IVH-Futterrechner für Hund

Geschmäcker sind verschieden – nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei unseren Hunden. Geschmack ist aber nicht alles. Um gesund und vital zu bleiben, müssen die Vierbeiner vor allem bedarfsgerecht versorgt werden, also alle Nährstoffe genau in den richtigen Futtermengen erhalten, die sie benötigen. Hinweise zur richtigen Futtermenge findet man auf den Verpackungen des Futters. Möchte man aber mehrere Futtersorten füttern, wird es in der Regel kompliziert und es besteht das Risiko, dass der Hund mit Energie überversorgt wird. Dies kann langfristig zu Übergewicht führen, was zusätzlich die Lebensqualität senkt und außerdem das Risiko für weitere Erkrankungen begünstigt. In Deutschland sind etwa 50 Prozent der Hunde von Übergewicht betroffen. Deshalb stellt der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. auf seiner Website ab sofort Futterrechner bereit, mit denen HundehalterInnen den Energiebedarf ihrer Tiere schätzen und die richtige Futtermenge ermitteln können, mit dem Ziel, dem Übergewicht vorzubeugen.

„Eine bedarfsgerechte Fütterung ist aktive Gesundheitsfürsorge“, betont IVH-Geschäftsführerin Dr. Katrin Langner. „Hunde und Katzen benötigen, so wie wir Menschen auch, eine bestimmte Menge an Nährstoffen wie Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine. Alleinfuttermittel sind so konzipiert, dass unsere Heimtiere ausgewogen versorgt werden. Hier ist die Futtermenge ein entscheidender Faktor. Zu viel aber auch zu wenig Futter kann sich negativ auf den Stoffwechsel und das Körpergewicht auswirken. Mit unserem neuen Service möchten wir Hunde- und KatzenhalterInnen dabei unterstützen, ihre Tiere bestmöglich zu versorgen – egal, von welcher Marke sie ihre Futtermittel beziehen.“

Die Futterrechner wurden von TierernährungsexpertInnen aus dem IVH-Mitgliederkreis entwickelt, basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und eignen sich insbesondere für gesunde Hunde und Katzen ab einem Jahr, die sich in einem optimalen Ernährungszustand befinden. Die Nutzung ist ganz einfach: Zur Ermittlung des Energiebedarfes geben HalterInnen das Gewicht und das Alter ihres Tieres ein, bei Hunden zusätzlich das Aktivitätslevel und bei Katzen die Haltungsform. Um die richtige Futtermenge zu ermitteln, können sie anschließend die Energiegehalte oder die Nährwerte von bis zu zwei Futtersorten eintragen. Einzigartig ist außerdem, dass auch ein Snack bzw. eine Snackkategorie bei der täglichen Futtermenge mit einbezogen werden kann.

Wer direkt loslegen möchte, findet die Futterrechner auf www.ivh-online.de. Einfach das Symbol „IVH-Futterrechner“ rechts auf der Startseite anklicken und die gewünschte Tierart auswählen. Unter „Heimtier-Infos“ gibt es auf der IVH-Internetseite zudem noch viele weitere Tipps zur richtigen Fütterung von Hund und Katze und zum gesunden Körpergewicht. IHV

Deutschlands beliebteste Hunde

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Labrador, Schäferhund, Chihuahua: Deutschlands beliebteste Hunde 2025

Seit Jahrtausenden ist der Hund ein treuer Begleiter des Menschen. So auch im Jahr 2025: Zehn Millionen Hunde lebten im vergangenen Jahr in 8,3 Millionen Haushalten in Deutschland. Dabei zeigen die aktuellen Zahlen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche e.V.: Kleinere Hunde sind besonders beliebt.

Mit einem Anteil von 43 Prozent waren Mischlinge auch 2025 die mit Abstand häufigsten Hunde in deutschen Haushalten. Viele Halter schätzen ihre Vielfalt, ihre individuellen Charaktere und die große Varianz an Größen und Temperamenten. „Die Wahl des Hundes orientiert sich heute stärker am Alltag der Menschen“, sagt IVH-Geschäftsführerin Dr. Katrin Langner. „Faktoren wie die Wohnsituation und das eigene Aktivitätslevel spielen eine immer größere Rolle – Tierfreunde suchen bewusst nach Begleitern, die zu ihrem Lebensstil passen und deren Bedürfnissen sie gerecht werden können.“

Labrador, Schäferhund und Chihuahua weiter beliebt Hinter den Mischlingen folgen mehrere bekannte Rassen nahezu gleichauf. Der Labrador Retriever, der Deutsche Schäferhund und der Chihuahua kommen jeweils auf einen Anteil von rund fünf Prozent. Auch 2024 gehörten diese Rassen schon zu den Favoriten. Der Anteil an Schäferhunden hat sogar noch etwas zugenommen.

„Der Labrador Retriever behauptet seine Spitzenposition, da er als besonders familienfreundlicher und aktiver Begleiter gilt“, sagt Dr. Langner. „Der Deutsche Schäferhund überzeugt durch Vielseitigkeit und Lernfähigkeit.“ Gleichzeitig zeige die starke Platzierung des Chihuahuas, dass kleinere Hunde immer besser in moderne Lebensmodelle passen. Mit je drei Prozent folgen Jack oder auch Parson Russell Terrier, Golden Retriever und Dackel.

Ein deutlicher Trend zeigt sich bei der Größe der Hunde. Rund ein Drittel aller Hunde in Deutschland fällt in die Gewichtskategorie zwischen fünf und zehn Kilogramm, beispielsweise der Jack Russell Terrier. Diese Zahl bleibt seit einigen Jahren stabil. Der Anteil großer Hunde mit einem Gewicht von mehr als 26 Kilogramm, also etwa Labrador und Schäferhund, ist hingegen rückläufig. Vor fünf Jahren gehörte ein Viertel der Hunde in diese Gewichtsklasse, jetzt sind es nur noch 19 Prozent.

Die kleinsten Hunde unter fünf Kilogramm machen hingegen nur acht Prozent aller Hunde in Deutschland aus. Dazu zählt neben dem Chihuahua etwa der Yorkshire Terrier.

Die Wahl des eigenen Hundes bleibt trotz aller Entwicklungen eine sehr persönliche Entscheidung, die nicht nach Beliebtheit oder Aussehen getroffen werden sollte. „Jede Rasse bringt unterschiedliche Eigenheiten mit – etwa bei Bewegungsbedarf, Temperament oder Pflegeaufwand“, sagt Dr. Langner. Insbesondere Mischlinge können sehr unterschiedliche Ansprüche haben. Daher ist es wichtig, beim Kauf auf seriöse Quellen zu achten, die Fragen zum Charakter und den individuellen Bedürfnissen des Hundes beantworten können. IVH

Sommer, Sonne, Schwimmspass

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Sommer, Sonne, Schwimmspaß: Worauf Hundehalter achten sollten

In den warmen Sommermonaten bieten Ausflüge an den Badesee vielen Menschen eine willkommene Abkühlung. Auch viele Hunde lieben es, sich im Wasser zu erfrischen. Dabei sollten Halter darauf achten, dass ihr Tier nicht unterkühlt und sich nicht zu sehr erschöpft. Außerdem ist es wichtig, dass der See oder Bach zum Baden geeignet ist und Hunde dort erlaubt sind.

Schwimmen können Hunde instinktiv. Kaum verlieren sie den Bodenkontakt im Wasser, beginnen sie bereits zu strampeln und zu paddeln. Wie gut ihnen das gelingt, unterscheidet sich aber je nach Größe und Rasse, erklärt Hundetrainer und Verhaltensberater Gerrit Stephan: „In erster Linie hängt das vom individuellen Körperbau ab. Niederläufige Hunde, also solche mit eher kürzeren Beinen wie zum Beispiel Dackel, sind eher im Nachteil, weil ihre kurzen Läufe nicht genug stabilisieren können und auch nur wenig Vortrieb erzeugen. Kleine Hunde kühlen wesentlich schneller aus und kurzschnäuzige Rassen wie Französische Bulldoggen kommen schneller in Atemnot. Die meisten mittelgroßen bis großen Rassen sind dagegen eher kräftig und einige wurden ursprünglich gezielt zur Arbeit am und im Wasser gezüchtet. Die Gruppe der Wasserhunde ist etwa auf ihr namensgebendes Element spezialisiert, aber auch Retriever wurden mitunter zum Beispiel bei der Entenjagd eingesetzt.“

Auch wenn er die physischen Voraussetzungen mitbringt – nicht jeder Hund ist ein begeisterter Schwimmer. Das hängt letztlich auch mit seinem Charakter zusammen und ob er schon in jungen Jahren ans Schwimmen gewöhnt wurde. Dafür sollte der Welpe mindestens den 7. Lebensmonat erreicht haben, um auch körperlich für die Anstrengung gewappnet zu sein. „Die Gewöhnung ans Wasser sollte immer in kleinen Schritten und einem ruhigen Umfeld erfolgen. Zuerst nähert man sich gemeinsam mit dem Hund der Wassergrenze und lässt nur die Pfoten nass werden. Wenn er sich sicher fühlt, begleitet man ihn langsam weiter ins Wasser“, erklärt der Hundetrainer. „Sehr neugierige, mutige Hunde gewöhnen sich dann meist sehr schnell daran, während eher ängstliche Kandidaten etwas mehr Zeit brauchen, um sich an das Gefühl zu gewöhnen. Zentral ist, dass der Hund das Wasser und Schwimmen als etwas Positives empfindet.“

Besonders an Orten, an denen viele Menschen zum Baden zusammenkommen, kann es sein, dass Hunde nicht oder nur in extra ausgewiesenen Bereichen erlaubt sind. Am Meer und vielen Badeseen sind Hundestrände in der Regel ausgeschildert oder es gibt eine allgemeine Hausordnung. Auch wenn Hunde erlaubt sind, sollte man sich nach Möglichkeit eine ruhige Ecke suchen. Außerdem ist es wichtig, immer den Kontakt zu Kindern im Auge zu behalten und darauf zu achten, dass keine Hinterlassenschaften des Hundes am Strand liegenbleiben.

Oftmals reicht für die Erfrischung aber auch ein seichter Bach, ein kleiner See oder ein Fluss mit geringer Strömung. Hier ist das Baden in der Regel nicht verboten. In Naturschutzgebieten müssen Hunde allerdings an der Leine bleiben und dürfen nicht ins Wasser. Er könnte sonst brütende Tiere am Ufer stören oder erschrecken.

Grundsätzlich sollten sich Halter immer vergewissern, ob das Gewässer sicher zu erreichen, die Strömung nicht zu stark und das Wasser beispielsweise nicht durch Blaualgen verunreinigt ist. Blaualgen sind oft schon mit dem bloßen Auge zu erkennen und bilden Schlieren auf dem Wasser oder färben es grünlich bis blau. Die einzelnen Landesumweltbehörden prüfen die Wasserwerte regelmäßig, veröffentlichen Daten zur Wasserqualität und sprechen bei Bedarf Warnungen aus. Im Zweifel hilft sonst auch ein kleines Planschbecken im Garten. Im Herbst bieten mittlerweile außerdem einige Freibäder besondere Termine für das Hundeschwimmen an, bevor das Wasser abgelassen wird.

So sehr man seinem Vierbeiner die Abkühlung gönnt, sollte man dennoch immer wachsam sein, um auf mögliche Gefahrenquellen reagieren zu können.

Wasservergiftung: Viele Hunde toben gerne im Wasser und apportieren vielleicht noch einen Stock oder Ball. „Manchmal schluckt ein Hund dabei einfach zu viel Wasser. Dann kommt es zur Hyperhydration, auch Wasservergiftung genannt, bei der im Körper ein Salzmangel entsteht“, erklärt Stephan. „Appetitlosigkeit, Erschöpfung und Krämpfe sind dafür typische Anzeichen, vielleicht erbricht sich der Hund auch. Dann sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen, der das fehlende Salz mit einer Elektrolytlösung wieder ausgleichen kann.“ Um dem vorzubeugen, sollten Halter darauf aufpassen, wie viel der Hund trinkt und ob das Maul unter Wasser gerät. Beim Apportieren empfehlen sich viele Pausen, aber auch der Gegenstand sollte klug gewählt werden: Für einen Ball muss der Hund sein Maul weiter öffnen als für eine flache Frisbee.

Wasserrute: Bei der sogenannten Wasserrute kommt es zu einer schmerzhaften vorübergehenden Schwanzlähmung, die durch kaltes Wasser und große Anstrengung ausgelöst werden könnte. Um das zu verhindern, hat der Experte einige Tipps: „Gerade wenn man im Wasser noch Apportieren üben möchte, sollte sich der Hund vorher in Ruhe aufwärmen können und nicht direkt mit voller Anstrengung trainieren. Wenn er aus dem gekühlten Auto kommt, sollte er erst ein paar Minuten am Strand oder im flachen Wasser laufen können. Generell sollte man ihn nie zu lange am Stück schwimmen lassen und immer wieder Pausen machen.“

Unterkühlung und Überhitzung: Hunde möchten sich zwar abkühlen, können dabei aber auch durchaus unterkühlen, wenn sie zu lange im Wasser sind oder sich mit nassem Fell draußen aufhalten. Gleichermaßen kann das anstrengende Schwimmen bei hohen Außentemperaturen aber auch zu einer Überhitzung führen. Ein erstes Anzeichen hierfür ist starkes Hecheln. „In seiner Begeisterung für das kühle Nass geht ein Hund vielleicht auch über seine Erschöpfungsgrenzen hinaus“, warnt Stephan. Entsprechend aufmerksam sollten die Halter sein und ihren tierischen Begleiter auch mal eine Pause mehr einlegen lassen, um möglichen Problemen vorzubeugen. IVH

Tierzahnheilkunde

- Veröffentlicht unter Fachbeiträge & Essays von

Das häufigste Problem der Tierzahnheilkunde: Parodontalerkrankungen“

mit Dr. Markus Eickhoff, online am 10. Juni 2026 um 18:30-20:00 Uhr

Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden – allen voran Parodontalerkrankungen durch Zahnstein & Co. Was oft harmlos beginnt, kann für betroffene Tiere schnell zur echten Belastung werden: Schmerzen, Entzündungen und lang-fristige Schäden sind keine Seltenheit. Die Behandlung ist häufig aufwendig, kostenintensiv und für den Hund mit einer Narkose verbunden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzubeugen.

Dr. Markus Eickhoff (Tierarzt & Zahnarzt) zeigt wie Parodontalerkrankungen entstehen, woran Sie sie erkennen – und vor allem, was Sie aktiv für die Zahngesundheit Ihres Hundes tun können. Profitieren Sie von praxisnahen Tipps und erfahren Sie, wie Sie Ihrem Hund unnötiges Leid ersparen können.

Weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung zum Vortrag finden Sie unter folgendem Link: https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/akademie/

Seite 1 von 2